27. Januar 2012

Generalstreik: EU-Chefs erreichen Brüssel nur über Militärflughafen

Brüssel wird zum EU-Gipfel komplett abgeschottet. Das gesamte öffentliche Verkehrsnetz sowie der Luftverkehr und belgische Häfen werden zum Erliegen kommen. Die Regierungschefs müssen über den Militärflughafen von Beauvechain einreisen.


Der Militärflughafen von Beauvechain ist Freunden der Luffahrt wegen seiner Airshows gut bekannt. Gerne werden hier auch die Helden des WWII vorgeführt. Davon sind wir heute zum Glück in Europa weit entfernt. (Foto: foto.community.de)
Der Militärflughafen von Beauvechain ist Freunden der Luffahrt wegen seiner Airshows gut bekannt. Gerne werden hier auch die Helden des WWII vorgeführt. Davon sind wir heute zum Glück in Europa weit entfernt. (Foto: foto.community.de)
Beschäftigte des privaten und öffentlichen Dienstes Belgiens treten am Montag in einen 24-Stunden-Generalstreik. Nach Angaben der Gewerkschaften werde der Streik das gesamte Schienennetz, den Flugverkehr sowie belgische Häfen zum Stillstand bringen.
Auf den Eurostar-Strecken, die Belgien mit den Niederlanden und Deutschland verbinden, beginnt der Streik bereits Sonntagabend. Nach Angaben des London Evening Standard, rechnet Eurostar mit erheblichen Störungen. Der Hochgeschwindigkeitszug Thalys, der Paris, Brüssel, Amsterdam und Köln miteinander verbindet, wird ebenso ab Sonntag 22 Uhr bis Montag 23 Uhr aussetzen, berichtet Reuters.
Im Zuge des Streiks sollen zudem alle wichtigen Flughäfen Belgiens geschlossen werden. Erwin De Deyn, Vorsitzender der belgischen Gewerkschaft BBTK, sagte: „Ich kann nicht sagen, dass keine Flugzeuge fliegen werden, aber wenn die Piloten streiken, wird es wenig Bewegung in der Luft geben“. Die Agentur Belga berichtet, Premierminister Elio Di Rupo habe daher das Verteidigungsministerium aufgefordert, einen Notfallplan zu erstellen. So soll der Militärflughafen bei Beauvechain, 30 Kilometer östlich von Brüssel, zum Einfliegen der EU-Regierungschefs umfunktioniert werden. Problem: Der Flugplatz bietet nicht die nötigen Kapazitäten.
Die Wirtschaftsseite IFW kündigt zudem an, dass auch maritime Dienstleistungen bestreikt werden und belgische Häfen zum Erliegen kommen. Der Inchcape Shipping Services (ISS) sagt, Hafenarbeiter, Lotsen und Schlepper werden die Arbeit niederlegen. Daneben werden Streikposten die Zufahrten der Häfen blockieren.
Der 24-stündige Generalsstreik ist die Antwort auf die geplante Erhöhung des Rentenalters und Kürzung des Arbeitslosengelds. Belgiens Regierung will damit das Defizit von 3 Prozent des BIP – also den EU-Grenzwert – erreichen.

Quelle: deutsche-mittelstands-nachrichten.de

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